JUSO Medienmitteilungen

Einladung an Christophe Darbellay

Der CVP-Präsident kritisiert die Forderung, gleichgeschlechtlichen Paaren die Adoption zu erlauben. Schliesslich werde Kokain auch nicht legalisiert, nur weil es Kokser gebe. Deshalb laden die GaynossInnen der JUSO Schweiz ihn zu einer Diskussion über diese Aussage und die Forderungen nach Gleichstellung ein.

Sollen homosexuelle Paare Kinder adoptieren dürfen? Mit dieser Frage hat sich die Rechtskommission des Ständerats letzte Woche befasst und ohne Gegenstimme beschlossen der entsprechenden Petition Folge zu leisten. Damit soll die unsägliche heutige Situation, dass Homosexuelle nur dann Kinder adoptieren dürfen wenn diese nicht in einer eingetragenen Partnerschaft leben, beseitigt und endlich für Gleichstellung gesorgt werden.

Während der Ständerat keinen triftigen Grund sieht, weshalb homosexuelle Paare keine Kinder adoptieren dürfen sollen, äusserte sich CVP-Präsident Christophe Darbellay im Gespräch mit der Westschweizer Zeitung "Le Temps" nicht nur gegen die Ausweitung des Adoptionsgesetzes auf gleichgeschlechtliche Paare, sondern doppelte mit folgender Äusserung nach: "Nur weil einzelne Personen das heutige Gesetz umgingen, bestehe noch kein Änderungsbedarf. Schliesslich werde Kokain auch nicht legalisiert, nur weil es Kokser gebe."

Die GaynossInnen der JUSO Schweiz verurteilen diese undifferenzierte und unüberlegte Aussage, bei dem Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender diffamiert und Herr Darbellay im Nachhinein noch nicht mal Einsicht bei seiner angeblichen Entschuldigung gezeigt hat. Deshalb wollen die GaynossInnen gemeinsam mit Christophe Darbellay, diese Aussage im Detail besprechen und die Gründe für die Forderung nennen und laden ihn deshalb zu einer Diskussion ein.

Die JUSO Schweiz fordert Gleichstellung von Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender in allen Bereichen. Noch immer besteht in der Schweiz beispielsweise auch kein Diskriminierungsschutz womit Personen weiterhin beliebig Minderheiten Herabwürdigen können, ohne dass sie dafür Konsequenzen zu befürchten haben.

Emanuel Clapasson, Gesamtleiter der GaynossInnen der JUSO Schweiz: "Die undifferenzierten und brüskierenden Äusserungen von Christophe Darbellay zeigen, dass er sich nie ernsthaft mit dieser Materie auseinandergesetzt hat. Deshalb laden wir ihn zu einer ernsthaften Diskussion über diese Themen zu uns ein."

Für Fragen und Auskünfte steht Ihnen gerne zur Verfügung: Emanuel Clapasson, emanuel [ät] gaynossinnen [dot] ch, 078 709 13 37.